Ambulantisierung: Wer finanziert den Wandel?

Ambulantisierung: Wer finanziert den Wandel?

Die Ambulantisierung von Spital- und Klinikleistungen ist medizinisch sinnvoll, patientennah und wirkt kostendämpfend. Der Wandel wird politisch gefordert, jedoch nicht finanziert, was dramatische Folgen für die Spitäler und die Versorgung der Bevölkerung hat.

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Spitäler: Jeder ambulante Eingriff erzeugt ein Defizit

Ambulante Behandlungen sollen stationäre Eingriffe ersetzen, wo immer es medizinisch möglich ist. International ist dieser Weg längst Standard – und auch in der Schweiz politisch gewollt. Die Umsetzung jedoch ist komplex, denn die Ambulantisierung verändert das Gesundheitssystem tiefgreifend und stellt die Spitäler und Kliniken vor enorme Heraus­forderungen.

Das Kernproblem: Fortschritt ohne Finanzierung
Die Idee ist richtig, das Konzept überzeugend – aber die Finanzierung hinkt hinterher. Ambulante Tarife decken die tatsächlichen Kosten nicht. Jeder zusätzliche Eingriff erzeugt Defizite. Gleichzeitig bleiben die Fix­kosten für Notfallstationen, Intensivpflege und OP-Bereitschaften unverändert hoch.

Keine Investitionen – die Zukunft auf der Warteliste
Digitalisierung, neue Prozesse, ambulante Infrastruktur – alles ist entscheidend für den Wandel. Doch die Mittel fehlen. Ressourcen fliessen in den Erhalt des laufenden Betriebs statt in zentrale Zukunfts­projekte der Ambulantisierung. Das Beispiel des Spitalzentrums Biel zeigt die Realität: Ambulantisierung ist überlebenswichtig – aber erzeugt kurzfristig und über Jahre zusätzliche Verluste. 

Systemzusammenbruch statt sanfter Wandel
Die Entwicklung gefährdet nicht nur die Spitäler und Kliniken, sondern die Versorgung der Bevölkerung. Ohne Finanzkorrektur drohen Kapazitätsabbau in Notfallstationen und wachsende Versorgungslücken
in der Grund- und Notfallmedizin. Der jüngste DOK-Beitrag von SRF, «Spitäler in Not – wie kann die Reform gelingen?», bringt es auf den Punkt: 

«Wir stehen nicht vor einem langsamen Wandel, sondern vor einem drohenden System­zusammenbruch.»

Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Ambulantisierung ist medizinisch sinnvoll und politisch gewollt, aber sie ist kein Selbstläufer. Sie erfordert kluge Planung, faire Finanzierung und die Zusammenarbeit aller Akteure. Nur so lässt sich verhindern, dass ein Fortschritt zum Risiko für das gesamte Gesundheitssystem wird.

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