Akutspitäler wirken aktiv dem Hausärztemangel entgegen

Akutspitäler wirken aktiv dem Hausärztemangel entgegen

Den Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten spüren auch die Akutspitäler, beispielsweise indem Patientinnen und Patienten vermehrt direkt in die Notfallstationen kommen. Dieser Entwicklung wirken die Akutspitäler engagiert mit innovativen Angeboten entgegen.

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Der Mangel an Hausärztinnen und Hausärzte spitzt sich kantonsweit zu. Gemäss Aargauer Gesundheitsversorgungsbericht 2020 beträgt die Hausärztedichte 0.63 pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Damit rangiert der Aargau im interkantonalen Vergleich im unteren Drittel. Insbesondere in den ländlichen Regionen ist die Hausärztedichte besonders tief.

Die Gründe dafür sind, dass viele Hausärztinnen und Hausärzte das Pensionsalter nächstens erreichen oder bereits erreicht haben. Zudem steigt der Wunsch nach Teilzeitarbeit – gerade bei jüngeren Hausärztinnen. Auch die demografische Entwicklung der Bevölkerung trägt zu einem höheren Bedarf ärztlicher Leistungen bei.

Dieser Entwicklung wirken die aargauischen Akutspitäler mit verschiedenen Massnahmen entgegen. So bieten sie hausärztliche Notfallpraxen an, beteiligen sich aktiv an der Aus- und Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte und legen Wert auf Kooperationen mit anderen Leistungserbringern. Sie entlasten mit innovativen Modellen die umliegenden Hausarztpraxen und den Notfallbetrieb - und schaffen damit einen Mehrwert für die Leistungserbringer und die Bevölkerung. 

GZF lebt integrierte Versorgung vor

Mit seinen Praxen mit Fokus auf hausärztlicher Medizin wirkt das GZF aktiv dem Hausärztemangel entgegen, insbesondere in ländlichen Gebieten. In partnerschaftlicher Zu-sammenarbeit mit den regional ansässigen Ärztinnen und Ärzte schliesst das GZF damit eine Lücke und trägt zur Sicherstellung der regionalen, wohnortsnahem Versorgung bei. An bester Lage situiert, modern und in zeitgemässem Setting als Gemeinschaftspraxen mit flexiblen Arbeitsbedingungen sind die Praxen des GZF für junge, aufstrebende Hausärztinnen und Hausärzte äusserst attraktive Arbeitsorte. Das GZF entwickelt zudem innovative Konzepte, um ein interessantes Curriculum für angehende Hausärztinnen und Hausärzte anzubieten. Von den Praxen mit Fokus auf hausärztlicher Medizin, dem ge-planten «Haus der Gesundheit» in Frick mit einzigartiger Kombination von hausärztlichen und fachärztlichen Sprechstunden bis hin zu den Akutspitälern und Pflegeheimen: Das GZF leistet einen grossen Beitrag für eine ausgezeichnete integrierte medizinische Versorgung im Fricktal!

Gesundheitszentrum Fricktal AG

KSA Breites Engagement für die Hausarztmedizin

Das KSA Kantonsspital Aarau engagiert sich seit fast zehn Jahren aktiv in der Weiterbildung von Hausärztinnen und -ärzten und bietet mit dem Praxiszentrum Bahnhof Aarau seit 2019 eine hausärztliche Grundversorgung für Patientinnen und Patienten an, die keinen Hausarzt haben.
Im Rahmen des kantonalen Hausarzt-Curriculums wird seit 2014 eine Weiterbildung für künftige Hausärztinnen und -ärzte angeboten. Als Mentorin und Leitende Ärztin Hausarztmedizin betreut Dr. Daniela Uebersax in Aarau durchschnittlich 12 Absolventinnen und Absolventen im Rahmen des Curriculums. Das Weiterbildungsmodell ist spezifisch auf die ambulante Medizin ausgerichtet. Es ermöglicht den Teilnehmenden eine breitgefächerte Ausbildung und einen gut vorbereiteten Start in die freie Praxis.
Darüber hinaus organisiert das KSA Aarau in regelmässigen Abständen Fortbildungsveranstaltungen für zuweisende Hausärztinnen -und Hausärzte und verschickt quartalsweise einen Newsletter mit wertvollen Informationen für die hausärztliche Praxis.

Kantonsspital Aarau

KSA Spital Zofingen Gelebte integrierte Versorgung

Seit 10 Jahren, so früh wie kaum ein anderes Haus in der Schweizer Spitallandschaft, setzt das Spital Zofingen auf seinem Campus konsequent auf das Modell der integrier-ten Versorgung. Als bisher neuster Zuzug ist im Jahr 2021 mit Medarium eine Notfall- und Hausarztpraxis ins Partnerhaus eingezogen. Neben einer umfassenden interdiszip-linären notfallmedizinischen Abdeckung wird ein breites Spektrum an hausärztlichen Leistungen angeboten. Viele Abklärungen können somit als vorgelagerte Anlaufstelle für Patienten direkt durchgeführt werden, eine weiterführende Betreuung wird in enger Zusammenarbeit mit dem Spital Zofingen gewährleistet. Das Ziel: Bestehenden Heraus-forderungen in Form von überfüllten Notfällen sowie dem Hausärztemangel entgegen-zuwirken. Medarium beteiligt sich durch das Hausarzt-Curriculum überdies auch aktiv an der Aus- und Weiterbildung junger Ärztinnen und Ärzte.

KSA Spital Zofingen

KSB schafft Mehrwert durch Kooperation

Die Notfallstation des Kantonsspitals Baden (KSB) avanciert je länger, desto mehr zur ersten Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden. Über 90'000 Patientinnen und Patienten wurden hier im Jahr 2022 behandelt – Rekord. Das KSB führt, in Zusammenarbeit mit den Ärzten der Bezirke Baden und Brugg, eigens eine Notfallpraxis, damit auch Patienten mit geringfügigen Leiden jederzeit eine adäquate Behandlung erhalten. Ein einfacher Zugang zu medizinischen Leistungen ist auch das Leitmotiv, das hinter dem Ausbau von externen Standorten steht. So hat das KSB beispielsweise im Sommer 2022 in Baden die Dependance «KSB City» eröffnet, und im Herbst 2022 nahm das Institut für Radiologie Leuggern – eine Kooperation mit dem Asana Spital Leuggern – seinen Betrieb auf. Das KSB legt grossen Wert auf Kooperationen, gerade mit den Regionalspitälern. So kann dort nebst einem Notfallbetrieb rund um die Uhr auch ein breites Angebot an medizinischen Dienstleistungen sichergestellt werden. Durch Kooperationen schafft das KSB Win-win-Situationen sowohl für die Leistungserbringer als auch für die Bevölkerung.

Kantonsspital Baden

Spital Muri Hand in Hand für die Patientinnen und Patienten da

Der Bezirk Muri weist mit 0,42 pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner die kantonsweit tiefste Hausarztdichte im Aargau auf. Die hausärztliche Unterversorgung wird sich vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung weiter verschärfen. Um dieser alar-mierenden Entwicklung entgegenzuwirken, ist das Spital Muri bereits vor rund zehn Jah-ren aktiv geworden und hat gemeinsam mit dem Freiämter Ärzteverband (FÄV) eine hausärztliche Notfallpraxis am Spital ins Leben gerufen. Nach rund fünf Jahren hat das Spital Muri auch tagsüber ein weiteres Angebot durch Spitalärztinnen und -ärzte ge-schaffen, um die umliegenden Praxen zu entlasten. Das Spital Muri ist überzeugt, dass die Region Freiamt zusätzlich zu den Bestrebungen der Gemeinde Muri weitere hausärztliche Kapazitäten benötigen wird und plant eine Erweiterung der spitalinternen Notfall-praxis um den Bereich Hausarztmedizin.

Spital Muri

Weitere Publikationen

  • Medienberichte
    13. Februar 2024
    Finanzielle Situation der Spitäler und Kliniken: Fixierte Tarife bei rundum steigenden Kosten
    Die Nachfrage nach ambulanten Spital- und Klinikbehandlungen steigt stark an. Jeder ambulante Eingriff bedeutet aber einen finanziellen Verlust, denn die ambulanten Tarife sind nicht kostendeckend. Deshalb haben die Aargauer Spitäler und Kliniken gehandelt und die Tarifverträge gekündigt.
  • Veranstaltungshinweis: 8. März 2024
    Fachtagung: Kraftquellen im Leben und Sterben
    Die PalliativeSpitex Aargau beteiligt sich an einer Veranstaltung von Palliative Aargau und den Aargauer Landeskirchen mit dem Titel «Kraftquellen im Leben und im Sterben.» Die Fachtagung richtet sich an alle Interessierten, die erfahren möchten, wie Herausforderungen im Kontext der Palliative Care begegnet werden kann. Entnehmen Sie Details dem nachfolgenden Flyer.
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