Schlag gegen die Spitäler - erst die Finma, dann der Nationalrat

Schlag gegen die Spitäler - erst die Finma, dann der Nationalrat

23.09.2021 - Finma und Nationalrat wollen die freie Preisbildung im Zusatzversicherungsbereich aushebeln. Damit werden sie die Spitäler und Kliniken entscheidend schwächen, weil diese auf die Erträge der Zusatzversicherungen angewiesen sind, um sich weiterentwickeln zu können. Die Folgen werden die Versicherten spüren: Die Prämien für die Grundversicherung werden steigen, die Behandlungsqualität aber durch fehlende Innovationen sinken.

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Finma erhöht Druck auf Zusatzversicherung 

Jüngst hat die Finma den Druck auf die Zusatzversicherungen (VVG) massiv erhöht: Neu sollen nur noch Mehrleistungen zur Grundversicherung über die Zusatzversicherung vergütet werden dürfen. Die Finma hat die Krankenversicherer aufgerufen, die bestehenden Verträge zu kündigen und mit den Spitälern und Kliniken neu auszuhandeln.

Die vaka wehrt sich gegen diese widerrechtliche Anweisung, die das bestehende System aus dem Gleichgewicht bringt. Lesen Sie mehr dazu im Artikel unten:

Nach der Finma auch der Nationalrat

In der Sondersession im Mai 2021 hat der Nationalrat einen neuen Artikel 31b ins Versicherungsaufsichtsgesetz aufgenommen. Danach sollen die Krankenkassen künftig auch im Bereich der Zusatzversicherungen
gemeinsam verhandeln dürfen. Diese Änderung bevorteilt die Krankenkassen einseitig zu Lasten der Spitäler und Kliniken und
greift unnötig in den wettbewerblich organisierten Zusatz-versicherungsbereich ein. Lesen Sie mehr dazu im Artikel unten:

Die vaka setzt sich gegen diese Interventionen ein

Für die Spitäler und Kliniken sind die Vergütungen aus der Grundversicherung (OKP) leider meist nicht kostendeckend. Die freiwillige Zusatzversicherung (VVG) ermöglicht ihnen jedoch die Querfinanzierung von Defiziten im OKP-Bereich. 

Wenn der Nationalrat und die Finma die freie Preisbildung im Zusatzversicherungsbereich zunehmend aushebeln, werden die Spitäler und Kliniken entscheidend geschwächt. Die Leidtragenden werden die Versicherten sein; die Prämien für die Grundversicherung steigen weiter an, die Behandlungsqualität wird aber durch die fehlenden Innovationen und Erneuerungen längerfristig gesenkt.

Gesundheitssystem nicht aus dem Gleichgewicht bringen

Die Grund- und Zusatzversicherungen bilden die tragenden Säulen der schweizerischen Gesundheitsversorgung.

Mit diesen zwei Säulen hat der Gesetzgeber ein austariertes System geschaffen, das eine qualitativ hochstehende Versorgung der Bevölkerung sicherstellt. Es darf nicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden.

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