Innovative Spitex: Digital. Intelligent. New Work.
Welche Technologien helfen, dass ältere Menschen länger selbständig zuhause leben können? Wie können digitale Hilfsmittel den Pflegealltag erleichtern? Und welche Arbeitsformen machen die Spitex fit für die Zukunft? Diese wegweisenden Fragen standen im Mittelpunkt der vaka-Fachveranstaltung Spitex vom 28. August 2025.
Die Spitex steht unter Druck: Immer mehr Menschen benötigen Unterstützung zuhause, gleichzeitig wird das Fachpersonal knapper. Die Veranstaltung machte deutlich, dass digitale Hilfsmittel und neue Arbeitsmodelle helfen können, diese Herausforderung zu bewältigen
– wenn sie mit Augenmass und klaren Rahmenbedingungen eingesetzt werden.
Künstliche Intelligenz: Entlastung, aber kein Ersatz
Prof. Dr. Justus Julius Kunz von der Fachhochschule Nordwestschweiz verdeutlichte, dass Künstliche Intelligenz (KI) Pflegepersonen nicht ersetzt, sie aber entlasten kann. So lassen sich etwa Einsatzpläne automatisch optimieren oder Gesprächsnotizen per Spracherkennung direkt ins IT-System übertragen. Dadurch bleibt den Mitarbeitenden mehr Zeit für die direkte Betreuung der Klientinnen und Klienten. Gleichzeitig betonte Kunz: Der Schutz von Daten, klare rechtliche Regeln und eine offene Diskussionskultur sind unverzichtbar, wenn KI in der Spitex zum Einsatz kommt.
Telepflege stärkt Selbständigkeit
Wie digitale Helfer den Alltag konkret erleichtern können, zeigte Julia Zeller-Schnider von der Spitex Aare. In ihrem Referat stellte sie sogenannte Telepflege-Modelle vor: Sensoren in Wohnungen, welche Bewegungen oder Schlafverhalten erfassen, oder kleine Geräte, die wichtige Körperwerte wie Puls oder Temperatur überwachen. Diese Informationen werden automatisch an die Spitex übermittelt. Zeigen sich
Auffälligkeiten, können Pflegefachpersonen rasch reagieren, bevor es zu ernsthaften Komplikationen kommt. Der grosse Vorteil: Ältere Menschen bleiben länger selbständig, Angehörige fühlen sich sicherer und das Pflegepersonal wird gezielt entlastet.
Teamflex: Kultur als Schlüssel
Steven Cyrol, Leiter Operations bei der Spitex Zürich, präsentierte das Projekt «Teamflex», das Mitarbeitenden mehr Mitsprache und flexible Teamstrukturen ermöglicht. Vier unterschiedliche Modelle wurden entwickelt, begleitet durch erfahrene Coaches. Entscheidend sind dabei die kontinuierliche Information und Kommunikation zu den nächsten Schritten, damit alle Teams eingebunden bleiben. Zudem steigert dieses Modell die Attraktivität der Spitex-Organisation, weil Mitarbeitende mehr Eigenverantwortung übernehmen können und ihre Arbeit dadurch selbstbestimmter und sinnvoller erleben.
Fazit: Technik im Dienst der Menschen
Die Diskussionen und der anschliessende Austausch machten klar: Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Sie soll das Personal entlasten, den Alltag sicherer machen und die Menschlichkeit in der Betreuung stärken. Dafür braucht es neben neuen Technologien
auch gute Rahmenbedingungen und eine Kultur, die Mitarbeitende wie Klientinnen und Klienten gleichermassen in den Mittelpunkt stellt.
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Von links: Julia Zeller-Schnider (Spitex Aare), Prof. Dr. Justus Julius Kunz (FHNW), Steven Cyrol (Spitex Zürich) und Daniel Schwarzenbach (vaka) an der Fachveranstaltung Spitex vom 28. August 2025 in Aarau.