Integrierte Versorgung – aber richtig!
Durch die demografische Entwicklung und die Ambulantisierung übernehmen die Spitex-Organisationen und Pflegeinstitutionen einen immer grösseren Teil der Gesundheits-versorgung. Sie spielen damit eine wichtige Rolle in der integrierten Versorgung. Umso wichtiger ist es, dass der Kanton für die Versorgung entlang des gesamten Patientenpfads zuständig ist.
Durch die Veränderungen im Spitalbereich – kürzere stationäre Aufenthalte und mehr ambulante Behandlungen – übernehmen die Spitex-Organisationen und Pflegeinstitutionen einen fortwährend grösseren Teil der Gesundheitsversorgung. Damit spielen sie eine
zunehmend wichtigere Rolle in der integrierten Gesundheitsversorgung.
Sie sind es, welche die Patientinnen und Patienten früher aus dem Spital übernehmen und sich um die aufwendige Anschlusspflege kümmern.
Das Wohl des Patienten in den Mittelpunkt stellen
Für komplexe Versorgungssituationen, wie sie bei älteren Personen mit Mehrfacherkrankungen häufig vorkommen, braucht es die integrierte Versorgung beziehungsweise auf sie zugeschnittene Patientenpfade.
Alle an der Behandlung beteiligten Akteure müssen sich kontinuierlich absprechen. Das Wohl des Patienten steht im Mittelpunkt, er soll dort behandelt werden, wo ihm am besten geholfen werden kann. Das ist derzeit aufgrund finanzieller Fehlanreize im System nicht immer der Fall, wie der Auszug aus der Botschaft zur Gesundheitspolitischen Gesamtplanung (GGpl) 2030 an den Grossen Rat (23.274) zeigt: «Die
Frage nach der besten Pflegelösung für die Patientinnen und Patienten wird zuweilen von Finanzierungsaspekten beeinflusst, was eine bedarfsgerechte, die Patientin und den Patienten in den Mittelpunkt stellende Gesundheitsversorgung erschweren kann. Insbesondere bei älteren, gebrechlichen und pflegebedürftigen Personen kann die medizinische und pflegerische Gesamtsicht deshalb unbefriedigend sein.»
Solche Fehlanreize im Gesundheitssystem können wir uns angesichts der demografischen Entwicklung und des steigenden Fachkräftebedarfs nicht länger leisten. Wir müssen die Patientinnen und Patienten konsequent ins Zentrum der Behandlung stellen und die knappen
Personalressourcen nachhaltig einsetzen.

Aus medizinischer Sicht ist die Stärkung der integrierten Versorgung wünschenswert. Denn sie stellt den Menschen / den Patienten mit seinen Bedürfnissen ins Zentrum und stärkt die Durchlässigkeit zwischen den Institutionen. Der Patient wird an dem Ort behandelt oder betreut, wo ihm am besten geholfen oder wo er am besten unterstützt werden kann. Damit steigt die Behandlungsqualität.
Chance GGpl 2030 jetzt nutzen
Die Umsetzung der kantonalen Gesundheitsstrategie GGpl 2030 ist die Gelegenheit, die finanziellen Fehlanreize durch die Finanzierung der Gesundheitsleistungen durch zwei Staatsebenen (Spitäler und Kliniken durch Kanton, Pflegeheime und Spitex durch Gemeinden) zu beheben. Im Sinne der fiskalischen Äquivalenz («Wer zahlt, befiehlt») muss die Verantwortung für die Pflegeversorgung von den Gemeinden auf den Kanton übertragen werden.
Keine teuren Umwege gehen
Die vaka erachtet deshalb die Bildung von Versorgungsregionen durch die Gemeinden, wie sie die GGpl 2030 vorsieht, als nicht zielführend. Nur wenn der Kanton für die Gesundheitsversorgung entlang des gesamten Patientenpfads zuständig ist, können einheitliche Standards, klare Zuständigkeiten, nahtlose Übertritte und die Eliminierung finanzieller Fehlanreize gewährleistet werden.
Soll die integrierte Versorgung weiterentwickelt werden, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die das erleichtern, dazu gehören: